EU-ESOP: Der neue europäische Aktienoptionsplan erklärt
Europas Talentproblem
Europäische Startups haben es seit langem schwer, bei der Aktienkompensation mit amerikanischen Unternehmen mitzuhalten. EU-ESOP soll das ändern.
Wie EU-ESOP funktioniert
Aufgeschobene Besteuerung
In Deutschland waren Mitarbeiteroptionen lange ein steuerliches Minenfeld. Erst 2021 wurde das Fondsstandortgesetz verabschiedet, das die Besteuerung bei der Ausübung auf den Zeitpunkt der Veräußerung verschob — allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. EU-ESOP geht weiter und etabliert einen einzigen Besteuerungszeitpunkt beim Verkauf als klare, EU-weite Regel.
Harmonisierte Behandlung
Ob ein Mitarbeiter in Berlin, Mailand oder Warschau sitzt — die steuerliche Behandlung seiner EU-ESOP-Optionen folgt denselben Regeln. Die aktuelle Situation, in der eine Option im Wert von 50.000 Euro je nach Land einen völlig unterschiedlichen Nettowert haben kann, wird beseitigt.
Vereinfachte Verwaltung
Unternehmen müssen keine separaten Optionspläne für jedes Land mehr erstellen. Ein EU-ESOP-Plan deckt die gesamte europäische Belegschaft ab.
Die aktuelle Lage in Deutschland
- Das Fondsstandortgesetz 2021 hat die Besteuerung verbessert, bleibt aber komplex
- Die Frist für die aufgeschobene Besteuerung (Dry-Income-Problem) ist auf 20 Jahre begrenzt
- Sozialversicherungsbeiträge werden weiterhin fällig
- Die Verwaltung ist aufwändig, besonders für Startups mit internationalem Team
Wer am meisten profitiert
- Startups: Können wettbewerbsfähige Beteiligungspakete anbieten
- Mitarbeiter: Erhalten planbare, faire Behandlung in ganz Europa
- Das Ökosystem: Reduziert den Talentabfluss in die USA
Ein Gamechanger für europäisches Tech
EU-ESOP adressiert eine der hartnäckigsten Beschwerden europäischer Gründer. Wenn EU Inc verabschiedet wird, könnte EU-ESOP allein die Reform für viele Startups rechtfertigen.
Quelle: Blast Online / A&O Shearman
Quelle: Blast Online / A&O Shearman